Die Ehre des Hundes ist unantastbar...?!

Nachdem in meinem Leben einiges schiefgelaufen ist und ich nach Verlassen meines Heimatzwingers mehr oder weniger planlos umherstreunte, öfters ausgesetzt wurde und teils aus Angst wie auch aus Hilflosigkeit manchmal um mich biß, bin ich nun mit etwa 700 weiteren Rüden , die alle verschiedene und doch so ähnliche Vorgeschichten haben, in einem Zwinger gefangen.
Ich bin alleine in meinem Zwinger, der 7,56 m2 Bodenfläche hat, häufig 23 Stunden am Tag. Für eine Stunde am Tag darf ich mit einem Teil der anderen Rüden bei Wind und Wetter herumtollen, allerdings nur im Vorgarten. Mein Geruchssinn droht zu verkümmern, da es keine fremden Gerüche mehr wahrzunehmen gibt, alles schon x-mal abgeschnuppert.
Die Wärter (Herrchen und manchmal Frauchen) haben so ihre Launen, denen wir fast schutzlos ausgeliefert sind. Das Tierschutzgesetz findet seltenst Anwendung. Viele der Wärter versuchen ihre Komplexe und ihr Versagen im Zivilleben an uns auszulassen, in dem sie ihre Macht im Zwinger demonstrieren.
In der Ausbildung wird der Grundstein gelegt, der ihnen eine angebliche Überlegenheit ihrer Spezies bescheinigt. Wenn wir nicht folgsam sind oder gar nach ihnen schnappen, werden wir in den Betonzwinger gesperrt auf dem Weg dahin kann es schon zu "Unfällen" kommen, aber es sieht ja keiner.
Streicheleinheiten erhalten wir nicht.
Falls uns mal ein Weibchen besucht, dürfen wir nur aneinander schnuppern, mehr erlauben unsere Wärter nicht, denn jeder Rüde und jedes Weibchen das mit uns verkehrt als potentieller Beißer eingestuft wird.
So wird auf Dauer auch jede emotionelle Regung in uns verkümmern.
Zurück zu meinem Zwinger, in dem ich täglich einmal den Napf gefüllt bekomme oftmals mit Dingen, die man nicht einmal einem Menschen vorsetzen würde. Direkt neben dem Platz für meinen Napf ist mein Hundeklo. Auch meine Schlaf und Ruhematte sowie alles zur Fellpflege ist in greifbarer Nähe. Das vergitterte Licht und Luftloch ist so hoch angebracht, daß wir erst auf einen Stuhl springen müssen.
Schon so mancher Rüde konnte das nicht mehr ertragen, egal ob Pudel oder Pitbull, und hat sich an seinem Halsband am Zwingergitter stranguliert.
Davon hören Tierschütze: meist nichts, oder wollen nichts davon hören da wir in der Öffentlichkeit alle Beißer sind, aber das passiert öfters.
Auch der Tierarztbesuch wird zur Tortour, mit 30 Rüden verschiedenster Rassen stundenlang im Wartezwinger mit ca. 10 m2, das ist wahrlich kein Spaß.
Der Tierarzt selbst erinnert stark an einen Abdecker.
In den seltensten Fällen berührt er tatsächlich einen von uns, denn er sieht uns eher als Simulanten.
Ich habe gehört, daß uns hier geholfen werden soll und wir auf den Wesenstest vorbereitet würden. Ich frage mich jedoch, wie das gehen soll, wenn keiner helfen will, kaum einer von uns zum Üben aus dem Zwinger vor die Tür darf, ganz egal ob und wie der Rüde sich hier führt.
Das kann nicht funktionieren sagen Tierfreunde und das steht auch ganz anders im Tierschutzgesetz stimmt! Doch das Ganze hat System. Läßt man die Rüden hier irgendwann ohne Behandlung und Wesenstest wieder auf andere Hunde los, sind sie durch die Erfahrung und Mißhandlung hier ganz sicher zu Beißern geworden, schlimmere als sie es zuvor je waren. Die logische Folge die Beißer kommen wieder in den Zwinger, diesmal für noch längere Zeit so sind die Zwinger immer ausgelastet, der Arbeitsplatz der Wärter und ihren Chefs gesichert. Daß dies alles auf Kosten und zum Nachteil all der friedlichen Hunde außerhalb der Zwinger geschieht, scheint kein Schwein... äh Hund zu merken.
Die fehlerlosen Menschen sollten doch einmal darüber nachdenken, diese Versuchsreihe gnadenhalber zu stoppen, da sie genau das Gegenteil von dem bewirkt, was erreicht werden sollte zumindest, so lange das Tierschutzgesetz ("StVollzG") nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben wurde und nur eine Farce darstellt.
Mit dem eingesparten Geld für Wärter, Stacheldraht und Mauern für solche Zwinger, könnten viele Hundeplätze gebaut werden, auf denen unsere Welpen besser üben könnten mit euch zu leben und euch zu respektieren. Somit bliebe viel Leid, Elend und Schmerz künftiger Generationen von solchen inhumanen Bestrafungsaktionen ad acta gelegt. Ich, der ich mich als gelehriger Vertreter meiner Rasse betrachte hoffe, daß es mir nach all den Demütigungen, der Entfremdung und Sklaverei im Zwinger dennoch möglich sein wird, nochmals als normaler Rüde leben zu können leicht wird das nicht.
Ich wunderte mich schon oft, warum vor diesem Zwinger wegen den Mißständen nicht häufiger demonstriert wird, oder wie bei den Versuchen an Äffchen im anderen Zwinger nicht durch militante Tierschützer zur Tat geschritten wird.

Dies mag daran liegen, daß dieser Zwinger nie (wirklich) kontrolliert wird und euch vorgegaukelt wird, alles sei gut.
Damit man unser Jaulen und Gebell nicht hört, werden viele von uns durch Unterdrückung, Drohung, Abschirmung und Stachelhalsband gegängelt.
Warum aber sagt man bloß "Du sollst auch nicht leben wie ein Hund"...?! Wuff

Jeden Morgen, wenn die Sonne ihre ersten Strahlen vorsichtig durch die Wolken schiebt, wenn der Tau silbern auf dem Gras glänzt, wenn die Vögel schon ihr Gefieder geputzt haben, für den kommenden Tag, erwachst Du aus Deinem bleiernen Schlaf,
aus schönen oder schrecklichen Träumen.
Und jeden Morgen fällt Dein Blick auf die Gitter,
die Dir so wenig Freiheit lassen.
Sie begleiten Dich den ganzen Tag,
häßlich grau und unerbittlich.
Jeden Abend, wenn der Mond sein volles Licht in Dein Fenster wirft,
dann ist das Gitter ein gespenstischer Schatten,
der sich auf den Zellenwänden widerspiegelt.
Wie oft hast Du schon die Längs- und Querstäbe gezählt,
und doch weißt Du nicht, wie viele es sind!

Heute bin ich gestorben.
Ihr habt genug von mir gehabt.
Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt.
Wahrscheinlich bin ich unter einem unglücklichen Stern geboren.
Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack.
Mein Halsband, das zu klein war und auch schmutzig, hat die Frau,
die mich über die Brücke zum Regenbogen geschickt hat, abgenommen.
Das und die kaum benutzte Leine, die Ihr hier gelassen habt, wird ein anderer Welpe bekommen.
Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,
wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte ?
Ich wusste nur, dass es Leder ist, es lag vor mir auf dem Boden.
Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen, Hundespielzeug zu kaufen.
Meine Nase in das, was ich gemacht hatte, zu tunken,
machte mir nur ein schlechtes Gewissen, dass ich mich überhaupt lösen musste.
Es gibt Bücher und Ausbilder, die euch erklärt hätten, wie ihr mir beibringt, zur Tür zu gehen.
Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ich kein Flöhe in euer Heim gebracht hätte?
Ohne Anti-Floh-Behandlung konnte ich sie nicht loswerden,
auch wenn ihr mich für Tage im Hof gelassen habt.
Wäre ich noch zu Hause, wenn ich nicht gebellt hätte?
Ich habe nur gesagt: "Ich habe Angst, ich bin einsam, ich bin hier, ich bin hier!
Ich möchte euer bester Freund sein"
Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ihr euch die Zeit genommen hättet,
euch um mich zu kümmern und wenn Ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu benehmen?
Wäre ich noch zu Hause, wenn ich euch glücklich gemacht hätte?
Aber wenn Ihr mich schlagt, wie kann ich Euch da erfreuen ?
Nach der ersten Woche habt Ihr keine Zeit mehr für mich gefunden,
aber ich habe all die Zeit damit verbracht, auf eure Liebe zu warten.