Die griechische Frühzeit

Ausbruch der Griechen aus Messologhi gegen die türkische Umklammerung.
gemahlt von Theodore Vryzakis Museum Athen

3000 v. Chr.: Kreta wird von einem Seefahrervolk besiedelt.

Steinzeitliche Funde aus dem 4. und 3. Jahrtausend v. Chr. weisen
auf eine frühe vorgriechische Besiedlung Griechenlands hin.
Vergleichbare Stücke aus der Gegend von Korfu, Korinth
und Kleinasien lassen auf einen größeren kulturellen
Zusammenhang schließen. Daraus entwickelte sich eine
bronzezeitliche Kultur mit einheitlichen Merkmalen. Sie
 heißt für das griechische Festland und die nördliche Ägäis
 helladisch (Hellas = Griechenland), für Kreta minoisch
(nach dem mythischen König Minos). Man hat allgemein
die Vorgriechische und Vorthrakische einheitliche Kultur
des Mittelmeeres Mediterane Kultur genannt. Sie zeichnet
sich durch einfache bäuerliche Lebensformen, offene
Siedlungen, kleine weibliche Idole und ohne große
Befestigungen oder Burganlagen aus. Außerdem durch
vermutete sprachliche Verwandtschaft. Es wurde früher
auch von einer mutterrechtlich dominierten Gesellschaft
und Kultur ausgegangen. Flur- und Ortsnamen zeugen
ebenfalls von einer einheitlichen nicht indogermanen
Urbevölkerung, die in der Erinnerung der Griechen als
Pelasger, Leleger und Karer bezeichnet wurden. Sie
weisen auf die Ägäis und Kleinasien, aber auch mit den
 Illyrern und Ligurern, sowie den Etruskern und Protothrakern
verbindet man diese vorindoeuropäische Bevölkerung
im Mittelmeerraum.

2600 v. Chr.: Auf Kreta entsteht die minoische Kultur.

Die minoische Kultur

Kreta lag im Schnittpunkt der Seeverbindungen zwischen Ägypten,
Kleinasien und dem heutigen Griechenland. Hieraus mag sich
die bevorzugte Besiedlung des Ost- und Mittelteils der Insel erklären.
Unter orientalischem Einfluss entwickelte sich hier zu Beginn
des 2. Jahrtausends v. Chr. eine eigene vorgriechische Hochkultur.
Ihre Zentren waren die Paläste von Knossós, Phaistós und Mallia.
Um einen großen Mittelhof gruppierten sich in einer scheinbar
planlosen Anlage die verschiedensten Gemächer (Labyrinth):
Ohne vom Palast abgesondert zu sein, schloss sich die umliegende
 Stadt an. Auf mindestens 50.000 Einwohner schätzt man die
Bevölkerung von Knossos. Die ungeschützte Lage der Paläste lässt
auf eine ungefährdete Königsherrschaft über ganz Kreta schließen.
 Eine bedeutende Flotte sicherte das Land gegen Angriffe von
 außen (Thalassokratie = Seeherrschaft). 

Die Darstellung von
Volksfesten auf den Fresken der Palastwände und die unmittelbare
 Nähe der Stadt lassen eine politische Mitwirkung von Hofgesellschaft
und freier Bevölkerung vermuten. Die hervorragende Rolle von
Frauen auf den Gemälden in Verbindung mit der Bedeutung weiblicher
 Gottheiten dokumentiert eine privilegierte Stellung der Frau.
Man schloss sogar auf eine matriarchalische Ordnung. Ausgedehnte
 Vorratsräume und Werkstätten weisen die Paläste auch als
Zentren des Wirtschaftslebens und des Handwerks aus. Bilder
über die Ablieferung von Abgaben, Tontafeln mit Aufzeichnungen
einer geordneten Buchführung deuten auf eine organisierte Verwaltung.
Der Export von Gegenständen des hochentwickelten kretischen
Kunstgewerbes nach Vorderasien, Ägypten, den Ägäisinseln und Zypern,
umgekehrt Funde babylonischer Waren in den kretischen
Palästen bezeugen einen weiträumigen Handelsverkehr.
Die minoische Kultur hatte großen Einfluss auf die Ägäis und
Südwest-Kleinasien (Karer), bis sie von der mykenischen abgelöst wurde.
Nach der Zerstörung der Paläste um 1450 v. Chr. gewann die
mykenische Kultur und Sprache (Linear B) auf Kreta die Vorherrschaft.
Schließlich brachte die große ägäische Wanderungsbewegung
(Seevölkersturm) ab ca. 1200 v.Chr. das endgültige Ende der
minoischen Hochkultur
2000 v. Chr.: Auf dem Peloponnes und in Athen lassen
 sich die Pelasger nieder. Auf Kreta erlebt die minoische Kultur 
ihre Blütezeit. Sie beschränkt sich auf die Insel und unternimmt 
keine Eroberungszüge. Um 1450 v. Chr. geht sie, vermutlich 
durch die Explosion der Vulkaninsel Thera (Santorin), zugrunde.

1900 v. Chr.: Indogermanische Stämme wandern von 
Norden her nach Griechenland ein, zunächst die Achäer, 
dann die Äolier, Ionier und Dorier. Die Achäer begründen 
die mykenische Kultur und bauen die 
Burgen von Mykene und Tiryns.

Die mykenische Kultur

Mykenischer Helm

Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. waren die indoeuropäischen
(frühgriechischen) Stämme der Achäer und Ioner in die
 südliche Balkanhalbinsel eingewandert. Dort passten
 sie sich der bäuerlichen mediterranen Kultur der ansässigen
 ägäischen Bevölkerung an. Nach anderer Auffassung
waren schon vorher protogriechische Stämme, wahrscheinlich
Thraker, eingewandert, wofür vor allem die Mythologie und
Ergebnisse der Namenforschung sprechen. Zu Beginn
des Späthelladikums bildete sich unter kretischem
Einfluss (möglicherweise Einwanderung einer
griechisch(?)/indoeuropäischen Führungsschicht, der Danaer,
aus Vorderasien via Ägypten über Kreta, was aber höchst
spekulativ ist) die erste Hochkultur auf dem Boden des
griechischen Mutterlandes heraus, nach einem ihrer Zentren,
 Mykene in der Argolis, die mykenische Kultur genannt.
Stadtstaaten entstanden um die hochgelegenen Burganlagen
(Palastwirtschaft/Stadtkönigtum/Wanax) aus mächtigen
 Steinmauern. Diese stehen im schroffen Gegensatz zu den
unbefestigten kretischen Palästen, aber auch der umliegenden
einheimischen Kultur. Darin einbezogen waren Häuser für
Beamte, Gefolge und Leibwache. Unterhalb lag die
offene Siedlung der bäuerlichen Bevölkerung. Den Zug
zum Monumentalen unterstreichen gewaltige Kuppelgräber
(z.B. das Schatzhaus des Atreus) und das Löwentor von Mykene.
Der König war Stammesführer, der im Einvernehmen mit Rat
und Heeresversammlung regierte. Die Monumentalbauten
wiesen auch nach Kleinasien hin zur Kultur der Hethiter (Löwentor).
Tontafelarchive in der griechischen Silbenschrift Linear B
dokumentieren eine geordnete Verwaltung. Ackerbau und
Viehzucht bildeten die Grundlage der Wirtschaft. Daneben
existierte ein spezialisiertes Gewerbe. Handel zu
Lande wurde durch angelegte Straßen unterstützt.
Fernhandelsbeziehungen bestanden vor allem zu den
vorderasiatischen Ländern und Ägypten. Damit verbunden
waren Raubzüge, deren Erfolge an den Schätzen
in den repräsentativen Kuppelgräbern abzulesen sind.

Weitere Daten in Kurzform

1200 v. Chr.: Trojanischer Krieg, den Homer um 800 v. Chr.
in seiner „Ilias“ schildert. Die Dorier dringen nach Süden vor
und vernichten die Kulturen der Achäer und
Ionier, die ins Gebirge und auf die Inseln flüchten.

 

1100 v. Chr.: Die Dorier setzen sich auf dem Peloponnes
 fest. Äolier, Ionier und Achäer verschmelzen mit den Doriern.
Auf den Inseln und an der Küste Kleinasiens entstehen zahlreiche
Kolonien. Von den Phöniziern übernehmen die
Griechen die Schrift und entwickeln ihr Alphabet.

 

776 v. Chr.: Offizieller Beginn der olympischen Spiele.

 

545 v. Chr.: Die kleinasiatische Küstenstädte und Inseln werden
von den Persern erobert. Damit kommt die
 griechische Kolonisation zum Stillstand.

 

490 v. Chr.: Griechenland besiegt die Perser bei Marathon (494),

(Der Geschichtsschreiber Herodot berichtet über den griechischen 
 Boten Pheidippides, der 490 v. Chr. von Athen in zwei Tagen 
nach Sparta gelaufen war, um Hilfe im Krieg gegen die Perser
zu suchen (vergleiche hierzu Spartalon*). Daraus formten 500 
Jahre danach  Plutarch (Schrifsteller) und  Lukian von Samosata (Satiriker) unter 
Berufung auf Herakleides Pontikos (griechischer Philosoph) 
eine Legende, der zufolge ein Läufer sich nach dem
Sieg der Athener in der Schlacht von Maraton
  auf den knapp 40 Kilometer langen Weg nach Athen 
gemacht habe und dort nach der Verkündung seiner Botschaft 
„Freut Euch, wir haben gesiegt“
tot zusammengebrochen sei.)
*Spartalon:
(Der Spartathlon ist ein  Ultramaraton über eine Strecke von 246 km,
 der in  Griechenland seit 1983 veranstaltet wird. Die historische 
Strecke von Athen  nach Sparta  muss dabei in einem 
Zeitlimit von 36 Stunden zurückgelegt werden.)


 in der Seeschlacht von Salamis (480) 

und bei Platäa (479),
ab 478 v. Chr. sind auch die ionischen Städte
und Inseln wieder von den Persern befreit.

480 v. Chr.:  "Die Bestie hat sich genähert", weiß König Leonidas von Sparta. 

Es sind die "endlosen Horden Asiens" oder besser gesagt,
 die Perser, die vor Griechenland stehen. Im Juli 480 v. Chr. zieht
 Sparta in den Krieg, 300 Soldaten 

- historisch waren es wohl 
1000, darunter viele Nichtspartaner - halten am Thermopylenpass 

das Heer des Xerxes auf, bis die Perser durch Verrat einen Weg 

über die Berge finden und in den Rücken der Spartaner vorstoßen.
 Die 300 stürzen sich in den offenen Kampf und sterben
 bis zum letzten Mann.

477 v. Chr.: Athen gründet zum Schutz gegen die
Perser den „Ersten Attischen Seebund“, dem fast alle Inseln beitreten.

 

446 v. Chr.: Athen und Sparta konkurrieren um die
Herrschaft in der hellenistischen Welt. 445 v. Chr. schließt
Perikles einen 30-jährigen Waffnstillstand mit Sparta. Neben
 Persien und Karthago ist Athen die dritte Großmacht im
Mittelmeerraum. Athens Blütezeit, das Perikleische Zeitalter, beginnt.

 

431 v. Chr.: Im Peloponnesischen Krieg
kommt es zum Kampf zwischen Athen und Sparta.

 

413 v. Chr.: Athens Angriff auf Sizilien endet
 mit der Zerstörung der attischen Flotte bei Syrakus.

 

405 v, Chr.: Der Spartaner Lysander
vernichtet die Reste der Flotte Athens.

 

404 v. Chr.: Athen kapituliert.

 

395 v. Chr.: Argos, Athen, Korinth und Theben kämpfen
 im Korinthischen Krieg gegen die Vorherrschaft Spartas.

 

377 v. Chr.: Im Zweiten Attischen Seebund schließen sich
nahezu alle Inseln mit Athen zusammen, um
den Machtansprüchen Spartas ein Ende zu setzen.

 

371 v. Chr.: Der Thebaner Epaminondas
beendet die spartanische Vorherrschaft.

 

359 v. Chr.: Philipp II. wird König von Makedonien. Er erobert
die Halbinsel Chalkidiki, die Inseln Kos und Rhodos, Thessalien,
 Euböa und Thrakien. In der Schlacht von Chäronia (338 v. Chr.)
vernichtet er das athenische und thebanische
 Heer und wird Herrscher über ganz Griechenland.

 

336 v. Chr.: Nach der Ermordung Philipps II. wird sein Sohn
Alexander zum König ernannt. Als Alexander der Große
erobert er Vorderasien, Ägypten und Persien (bis 326 v. Chr.).

 

323 v. Chr.: Nach Alexanders frühem Tod zerfällt sein Reich
 in mehrere Diadochenreiche. Um seine Nachfolge entbrennt ein
erbitterter Kampf, aber den zerstrittenen Griechen gelingt es nicht,
 die Situation zu nutzen und ihre Unabhängigkeit zurück zu gewinnen.
 Begünstigt durch den Zerfall der hellenistischen
Großstaaten, beginnt der Aufstieg Roms.

 

200 v. Chr.: Pergamon, Athen und Rhodos
bitten Rom um Hilfe gegen die Angriffe Makedoniens.

 

197 v. Chr.: Makedonien unterliegt
dem römischen Konsul Flaminius.

 

148 v. Chr.: Makedonien und 146 v. Chr. auch
 das übrige Griechenland werden römische Provinz.

 

27 v. Chr.: Griechenland wird als
Provinz „Achaia“ von Makedonien getrennt.

 

49 – 58 n. Chr.: Missionsreisen führen den Apostel Paulus

nach Saloniki, Korinth und Athen. Griechenland
wird Zentrum für die Ausbreitung des Christentums.

 

267 n. Chr.: Die Goten fallen in
 Griechenland ein und erobern Athen.

 

395 n. Chr.: Das Römische Reich wird geteilt.
Griechenland ist Teil des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches.

 

6. Jh. n. Chr.: Nachdem in Griechenland Jahrhunderte
lang Christen und andere Glaubensgemeinschaften nebeneinander
 gelebt haben, lässt der byzantinische Kaiser Justinian
 die letzten nicht-christlichen Tempel schließen.

 

1203: Die Kreuzfahrer erobern Konstantinopel und gründen
das lateinische Kaiserreich. Fränkische Kreuzritter teilen Griechenland
 unter sich auf. Auf den Inseln herrschen die Venezianer
 (Naxos, Korfu, Kreta) und später auch die Genuesen (Lesbos).-

 

1309 – 1522: Der Dodekanes untersteht den Kreuzrittern.

 

1461: Sechs Jahre nach der Eroberung Konstantinopels durch
die Osmanen wird Griechenland mit Ausnahme der
venezianischen Besitzungen Provinz des Osmanischen Reiches.

 

1669: Als eine der letzten griechischen Inseln kommt Kreta
unter Osmanische Herrschaft. Die folgenden Jahrhunderte sind
die dunkelsten in der Geschichte Griechenland.
Die erdrückende Fremdherrschaft läst das Land veröden.

 

1814: Beeinflusst durch die Ideen der französischen Revolution
wächst der Widerstand gegen die Herrschaft der Türken.

 

23.03.1821 Der Erzbischof von Patras ruft in den Bergen
des Peloponnes bei Kalavrita zum Kampf gegen die Türken auf.
Zahlreiche Freiwillige kommen nach Griechenland, um die Griechen
zu unterstützen. Auf dem Peloponnes
beginnt der Aufstand Fuß zu fassen.

Der Eid im Kloster Agia Lavra 
am 25. März 1821
gemahlt von Theodore Vryzakis 

01.01.1822: Den Griechen gelingt die Einnahme von
Tripolis (Peloponnes). Daraufhin verkündet der Nationalkongress
 in Epidauros die Unabhängigkeit des hellenischen Volkes. Sultan Mahmud II.
 reagiert mit Massenhinrichtungen. Allein im überwiegend von
Griechen bewohnten Zypern lässt er die gesamte
Geistlichkeit und 500 einflussreiche Zyprioten töten.

 

1825: Sultan Mahmud II. fordert bei seinem ägyptischen
Statthalter Hilfe an. Am 22. Februar 1825 landen 22.000 Mann
 in Messinien. Innerhalb weniger Monate erobern sie den Peloponnes
zurück. Aber Interventionen von Großbritannien,
 Russland und Franreich bringen langsam die Wende.

 

20.10.1827: In der Seeschlacht in der Bucht von
Navarino (Pilos) unterliegt die osmanisch-ägyptische Flotte
 den vereinigten französischen, britischen und russischen
Schlachtschiffen. Damit ist der Weg für die Unabhängigkeit
 Griechenlands frei.

 

03.02.1830: Nach dem Ende des russisch-türkischen
Krieges wird Sultan Mahmud II. zum Verzicht auf Griechenland,
Epirus, Samos, Chios, Kreta und Zypern gezwungen. Die Schutzmächte
 Großbritannien, Russland und Frankreich erklären
 Griechenland zum unabhängigen Erbkönigreich.

 

1831: Johann Anton Graf Kapodistrias, nach dem Sieg von
Navarino zum griechischen Regenten gewählt, wird wegen seines
 autoritären Führungstils ermordet. Sein Bruder übernimmt die
Regierung, doch chaotische innenpolitische
 Entwicklungen machen das Land nahezu unregierbar.

 

1832: Die griechische Nationalversammlung wählt den
Wittelsbacher Prinz Otto zum König. Das Volk
 empfindet die Regierung als erneute Fremdherrschaft.

 

1843: Eine Militärrevolte zwingt König Otto I.
zur Einberufung einer Nationalversammlung in Athen.

 

1844: Otto I. muss eine parlamentarische
Verfassung unterzeichnen.

 

1859: Die Briten blockieren den Hafen Piräus, als
König Otto I. die Kontakt zur russische Regierung intensiviert.

 

24.10.1862: Eine Militärrevolte zwingt
 König Otto I. abzudanken und das Land zu verlassen.

 

30.03.1863: Auf Wunsch Großbritanniens wird der
Dänenprinz Wilhelm zum König der Hellenen gewählt.
Die innenpolitische Lage Griechenlands bleibt unverändert.

 

1870: Schliemann entdeckt Troja.


So soll sie ausgesehen haben

Der Anfang vom Ende
 
Das ist davon noch übrig

1881: Nachdem die Osmanen einen weiteren Krieg gegen Russland
 verloren haben, muss die Türkei Thessalien und
 einen Teil von Epirus an Griechenland abtreten.

 

06.08.1893: Der Isthmus von Korinth wird eröffnet.

 

05.04.1896: In Athen finden die
1. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit statt.

 

04.12.1897: Kreta erhält das Selbstverwaltungsrecht
 unter türkischer Oberhoheit zugesprochen.

 

06.10.1908: Kreta erreicht den Anschluss an Griechenland.

 

1912: Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro gründen
den Balkanbund und besiegen die Osmanen. Die Türkei muss
in die Abtretung ihres gesamten europäischen Gebietes einwilligen.
Die Siegermächte können sich jedoch nicht über die Aufteilung
untereinander einigen und es kommt zum 2. Balkankrieg. 1913
greift Bulgarien Serbien und Griechenland an. Rumänien und
die Türkei treten gegen Bulgarien in den Krieg ein, das innerhalb
kurzer Zeit unterliegt. Griechenland erhält im „Bukarester Frieden“ Kreta,
die Inseln vor der kleinasiatischen Küste, Thasos, einen großen
Teil von Epirus und einen Teil Makedoniens mit Saloniki und Kavala.

 

1914: König Konstantin I. gelingt es zunächst,
Griechenland aus dem 1. Weltkrieg herauszuhalten.

 

1915: Gegen die Mehrheit der Bevölkerung veranlasst der
 griechische Ministerpräsident Venizelos Briten und Franzosen
 zur Landung in Saloniki und Besetzung Nordgriechenlands.
 König Konstantin I. enthebt ihn seines Amtes und hält trotz
Versprechungen von Frankreich und
Großbritannien an seiner Neutralität fest.

 

1916: In Thessaloniki errichtet Venizelos eine Gegenregierung
und erklärt Bulgarien und seinen Verbündeten den Krieg. Frankreich
 besetzt Piräus und liefert sich Kämpfe mit königstreuen Truppen.

 

1919: Griechenland erhält in verschiedenen Friedensverträgen
 neue Gebiete zugesprochen: Südalbanien und ganz Epirus, die
bulgarische Ägäisküste, die europäische Türkei, Edirne (Adrianopel),
Izmir (Smyrna) und alle ägäischen Inseln außer Rhodos.

 

1923: Nach einer Niederlage gegen die Türkei am 09.09.1920
muss Griechenland auf Ost-Thrakien und alle Gebiete auf dem
Kleinasiatischen Festland wieder verzichten.
1,25 Mio. Griechen müssen Kleinasien verlassen.

 

25.03.1925: Die Nationalversammlung proklamiert in
Athen die Republik. Der griechische König geht nach Rumänien ins Exil.

 

30.10.1930: Griechenland und Türkei
unterzeichnen einen Freundschaftsvertrag.

 

1941: Deutsch-italienische Truppen besetzen Griechenland.

 

1945: Griechenland ist Gründungsmitglied der UNO.

 

1946: In Griechenland kommt es zum Bürgerkrieg zwischen
Royalisten und Kommunisten. In einer Volksabstimmung stimmt
eine Mehrheit für die Monarchie. König Georg II. kehrt zurück.

 

1947: Italien gibt die Dodekanes-Inseln (Rhodos) zurück.

 

1952: Griechenland wird NATO-Mitglied und erhält
 eine neue Verfassung als konstitutionelle Monarchie.

 

1967: Das Militär kommt mit einem Putsch dem wahrscheinlichen
 Wahlsieg der Sozialisten zuvor. Nachdem ein Gegenputsch s
cheitert, flieht Konstantin II. ins Exil nach Rom.

 

1972: Massive Unruhen gegen die Militärdiktatur.

 

1973: Die Militärjunta erklärt Konstantin II. für
 abgesetzt und proklamiert die präsidiale Republik.

 

15.0.1974: Die Militärjunta veranlasst die griechisch-zypriotische
 Nationalgarde zu einem Putsch gegen den zyprischen Präsidenten
Erzbischof Makarios III. Nikos Sampson wird zum Staatschef von Zypern
ernannt und fordert den Anschluss an Griechenland. Daraufhin landen
am 20.07.1974 türkische Truppen auf Zypern und besetzen den Nordteil.

 

25.07.1974: Die Zypernkrise führt zum Sturz des Militärregimes.